Was sind Domain-Daten?
Der ultimative Guide für B2B (2025)

In der digitalen Ökonomie ist die Internet-Infrastruktur das Fundament globaler Geschäfte. Domain-Daten sind der Schlüssel zum Verständnis dieses Fundaments.

Definition: Was ist Domain Intelligence?

Unter Domain-Daten (oder Domain Intelligence) versteht man die Gesamtheit aller öffentlich zugänglichen und abgeleiteten Informationen über einen Internet-Domainnamen. Dies geht weit über den reinen Besitzernamen hinaus. Es ist ein komplexes Geflecht aus technischen Signalen, historischen Änderungen und Infrastruktur-Beziehungen.

Für moderne B2B-Unternehmen, insbesondere in den Bereichen Fintech, Cybersecurity und SaaS, sind diese Daten nicht nur "nice to have", sondern essenziell. Sie bilden das Rückgrat für automatisierte Entscheidungen: Ist diese Transaktion sicher? Ist dieser neue Geschäftspartner legitim? Gehört diese Webseite wirklich der Marke, die sie vorgibt zu sein?

Domain Intelligence transformiert rohe Datenpunkte wie IP-Adressen und Nameserver in kontextreiches Wissen, das direkt in ERP- und CRM-Systeme eingespeist werden kann.


Die Kernkomponenten: DNS, WHOIS & Co.

Um die Tiefe von Domain-Daten zu verstehen, müssen wir die einzelnen Schichten der Internet-Infrastruktur betrachten.

1. WHOIS und RDAP

Das WHOIS-Protokoll ist eines der ältesten des Internets. Es gibt Auskunft darüber, wer eine Domain registriert hat, wann die Registrierung erfolgte und wann sie ausläuft.

RDAP (Registration Data Access Protocol) ist der moderne Nachfolger von WHOIS. Während WHOIS oft unstrukturierten Text liefert, bietet RDAP standardisierte JSON-Antworten. Dies ist ein entscheidender Vorteil für die maschinelle Verarbeitung ("Machine-Readability"), ein Kernversprechen von EDI Data.

  • Registrant: Die Organisation oder Person, die die Domain besitzt.
  • Registrar: Das Unternehmen, das die Domain verwaltet (z.B. GoDaddy, Namecheap).
  • Daten: Erstellungs-, Aktualisierungs- und Ablaufdatum.

2. DNS (Domain Name System)

Wenn WHOIS das "Telefonbuch" ist, dann ist DNS die "Wegbeschreibung". DNS-Einträge verknüpfen den menschenlesbaren Domainnamen mit maschinenlesbaren IP-Adressen und anderen Diensten.

  • A / AAAA Records: Zeigen auf die IP-Adresse des Webservers (Hosting-Provider).
  • MX Records: Zuständig für den E-Mail-Verkehr (Mail Exchange).
  • TXT Records: Oft genutzt für Verifizierungen (SPF, Google Site Verification).
  • NS Records: Nameserver, die die Autorität über die Domain haben.

Die Analyse von DNS-Daten kann aufdecken, ob eine Domain aktiv genutzt wird ("parked" vs. aktive Website) und welche Technologien (z.B. Office 365, Google Workspace) im Einsatz sind.

3. SSL/TLS Zertifikate

Sicherheitszertifikate sind ein starker Indikator für die Legitimität einer Webseite. Domain Intelligence umfasst die Analyse der Zertifikatskette (Certificate Authority) und der Validierungsstufe (DV, OV, EV).

Warum Datenqualität entscheidend ist

Im Big-Data-Zeitalter ist das Problem nicht der Mangel an Daten, sondern deren Qualität. Insbesondere bei Domain-Daten gibt es massive Herausforderungen:

Das Problem der "Stale Data" (Veraltete Daten)

Das Internet ist dynamisch. Jeden Tag ändern Millionen von Domains ihren Besitzer, ziehen auf neue Server um oder laufen ab. Ein Datensatz, der 30 Tage alt ist, kann im Bereich Cybersecurity bereits nutzlos oder sogar gefährlich sein.

Echtzeit-Validierung ist daher kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Bei EDI Data setzen wir auf Live-Abfragen und intelligente Caching-Strategien, um sicherzustellen, dass Sie den aktuellen Zustand der Infrastruktur sehen, nicht ein Echo aus der Vergangenheit.

Normalisierung

WHOIS-Daten sind notorisch inkonsistent. Ein Feld kann "Berlin", "berlin", oder "Germany - Berlin" enthalten. Für eine automatisierte Risikoprüfung müssen diese Daten standardisiert werden. Unsere Systeme normalisieren Länder, Staaten und Organisationsnamen nach ISO-Standards, damit Ihre Systeme sie reibungslos verarbeiten können.

Anwendungsfälle in der Industrie

Domain Intelligence treibt Innovationen in verschiedensten Sektoren voran.

Fintech & Compliance (KYC/KYB)

Bei der Onboarding-Prüfung neuer Geschäftskunden (Know Your Business) ist die Verifizierung der digitalen Präsenz essenziell. Passt das Alter der Domain zum Gründungsdatum der Firma? Stimmen die WHOIS-Daten mit dem Handelsregister überein?

Cybersicherheit

Security Operations Center (SOCs) nutzen Domain-Daten zur Anreicherung von Bedrohungsdaten. Neue Domains, die bekannten Marken ähneln (Typosquatting), können proaktiv blockiert werden, noch bevor die erste Phishing-Mail versendet wird.

Sales & Marketing Intelligence

Der Technologie-Stack einer Firma verrät viel über deren Budget und Reife. Eine Firma, die kürzlich auf Enterprise-Hosting gewechselt ist und teure Marketing-Tools im DNS stehen hat, ist ein qualifizierter Lead für B2B-Dienstleister.

Markenschutz

Große Konzerne müssen ihre Marken online schützen. Domain-Monitoring-Tools, gefüttert mit EDI-Qualitätsdaten, erkennen unautorisierte Nutzungen und Fake-Shops weltweit.

Die technische Herausforderung

Warum bauen Unternehmen diese Datenbanken nicht einfach selbst auf? Die Antwort liegt in der massiven technischen Komplexität der Datenerfassung.

1. Rate Limiting und Zugang

Jede Top-Level-Domain (TLD) wie .com, .de, oder .org hat eigene Registries mit eigenen Regeln und strengen Rate Limits für Abfragen. Blockaden sind an der Tagesordnung. Ein professioneller Provider wie EDI Data unterhält Beziehungen und Infrastrukturen, um diesen Zugang stabil zu gewährleisten.

2. Parsing-Komplexität

Es gibt hunderte von Ausgabeformaten für Whois-Daten. Ein Parser, der für .com funktioniert, scheitert bei .jp oder .br. Die Wartung dieser Parser ist ein Vollzeitjob für ganze Entwicklerteams.

3. Big Data Scale

Mit über 350 Millionen registrierten Domains weltweit erfordert das Tracking von Änderungen massive Rechen- und Speicherkapazitäten. Das Verarbeiten von Zone-Files und das Scannen des IPv4-Adressraums sind Aufgaben für spezialisierte Infrastruktur.

Der EDI Data Ansatz

Wir bei EDI Data Technologies GmbH sehen Daten als Infrastruktur. So wie Sie Strom aus der Steckdose erwarten, erwarten unsere Kunden saubere Daten aus der API.

Wir nennen es "EDI-Grade Domain Intelligence". Inspiriert vom klassischen Electronic Data Interchange (EDI), das den globalen Handel standardisiert hat, wollen wir den Austausch von Internet-Infrastrukturdaten standardisieren.

Unsere Plattform ist "Integration-First". Keine Dashboards, in denen Sie manuell suchen müssen (obwohl wir diese auch bieten), sondern hochperformante APIs, die direkt in Ihre Software integriert werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen WHOIS und RDAP?

WHOIS ist das traditionelle Protokoll zur Abfrage von Domain-Inhaberdaten, das oft unstrukturierten Text zurückgibt. RDAP (Registration Data Access Protocol) ist der moderne Nachfolger, der Daten im standardisierten JSON-Format liefert, was die maschinelle Verarbeitung erheblich erleichtert.

Wie können Domain-Daten die Cybersicherheit verbessern?

Durch die Analyse von Domain-Daten können Unternehmen Phishing-Kampagnen, Typosquatting und bösartige Infrastrukturen frühzeitig erkennen. Neue oder kürzlich geänderte Domains können automatisch als risikoreich eingestuft und blockiert werden.

Sind Domain-Daten DSGVO-konform?

Ja, wenn sie korrekt verarbeitet werden. Moderne Domain Intelligence fokussiert sich auf technische Infrastrukturdaten und geschäftliche Kontakte (B2B), während private personenbezogene Daten oft durch Privacy-Dienste geschützt oder redigiert sind. EDI Data hält sich strikt an alle DSGVO-Vorgaben.

Wie aktuell sind die Daten?

Bei EDI Data priorisieren wir Echtzeit-Abfragen. Für hochfrequente Anfragen nutzen wir ein intelligentes Caching-System, das Datenaktualität mit Antwortgeschwindigkeit abwägt. Kritische Sicherheitsdaten werden fast immer live validiert.

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